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Männer-Skincare für Einsteiger: 3 Produkte, die wirklich reichen

barberkosmetik Atelier 9 Min. Lesezeit 2 Aufrufe
Gesichtsreiniger, Gesichtscreme und Sonnenschutz: die drei Produkte für Männer-Skincare im Überblick

Im Badezimmerschrank der meisten Männer stehen sechs Flaschen. Im Alltag laufen zwei davon: Rasierschaum und Deodorant. Männer-Skincare gilt trotzdem als ein Projekt mit zehn Schritten und koreanischem Vokabular. Dabei braucht gute Gesichtspflege drei Produkte und etwa drei Minuten am Tag. Dieser Text zeigt, welche das sind, in welcher Reihenfolge sie drankommen und was Dermatologen und Behörden dazu sagen.

Das Wichtigste in Kürze

Reinigen: mit einem Gesichtsreiniger, nicht mit Duschgel.

Feuchtigkeit: mit einer leichten Gesichtscreme.

Schützen: jeden Tag Sonnenschutz, mindestens LSF 30.

Warum Männerhaut anders funktioniert

Die Unterschiede zwischen Männer- und Frauenhaut sind messbar. Dr. Stefanie Lübberding und Kollegen von der Universität Hamburg haben 300 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 74 Jahren untersucht. Sie maßen Talg, pH-Wert und Hautfeuchte an mehreren Stellen. Die Ärzte Zeitung fasst die Ergebnisse so zusammen:

  • Talg: Bei einzelnen männlichen Probanden lag der Talggehalt beim Doppelten gleichaltriger Frauen, am deutlichsten auf der Wange.

  • pH-Wert: Bei Männern an allen Messstellen unter 5, bei Frauen meist darüber. Auf der Wange waren es 4,78 gegenüber 5,27.

  • Feuchtigkeit: Bis 40 war die Hornschicht bei Männern besser hydriert als bei Frauen. Ab 50 kippt das, die Hautfeuchte nimmt deutlich ab.

Dazu kommt die Rasur, die die Haut mechanisch beansprucht. Das Fachmagazin Apotheke Adhoc nennt zusätzlich eine rund 16 Prozent dickere Haut und etwa 30 Prozent mehr Talg- und Schweißbildung und hält fest: Männerhaut kommt meist mit einer leichten, vor allem feuchtigkeitsspendenden Formulierung aus.

Für die Praxis heißt das: Hautpflege für Männer muss nicht länger sein, sondern passender. Auch die Wiener Dermatologie sieht es so. Dr. Babak Adib erklärt im Interview mit Marionnaud Österreich, dass junge Männerhaut weniger Feuchtigkeit braucht als die eines Mannes ab 40 und dass die Pflege im Winter reichhaltiger ausfallen darf als im Sommer.

Die 3 Produkte im Überblick

Produkt

Wann

Wofür

Gesichtsreiniger

morgens und abends

löst Talg, Schweiß und Stylingreste

Gesichtscreme

morgens und abends

gleicht Feuchtigkeit aus, beruhigt nach der Rasur

Sonnenschutz, LSF 30 oder höher

morgens, zuletzt

schützt vor UV-bedingter Hautschädigung

Die American Academy of Dermatology (AAD) empfiehlt Männern einen milden Gesichtsreiniger, tägliche Feuchtigkeitspflege und einen Breitband-Sonnenschutz mit mindestens LSF 30. Welche Produkte am besten passen, hängt vom individuellen Hauttyp ab.

Welcher Hauttyp ist es?

Eine Frage entscheidet, welche Textur passt. Das Gesicht verrät es nach dem Waschen:

  • Glänzt mittags, kaum Spannung: fettige oder Mischhaut. Leichte Texturen.

  • Spannt nach dem Waschen, wirkt matt: trockene Haut. Etwas reichhaltigere Creme.

  • Rötet oder brennt nach der Rasur: empfindliche Haut. Milde Reiniger und alkoholarme Pflege.

Die meisten liegen irgendwo dazwischen. Für den Einstieg reicht ein leichter Allrounder, Feinjustierung kommt später.

Reinigung: Gesichtsreiniger statt Duschgel

Duschgel ist für die robustere Körperhaut formuliert. Im Gesicht entzieht es leicht zu viel Fett, die Haut spannt, bei manchen kommt der Glanz schneller zurück. Ein Gesichtsreiniger löst Talg und Stylingreste, ohne die Haut auszutrocknen. Die Fachzeitschrift Die PTA in der Apotheke beschreibt Waschgele als Standard: morgens gegen Talg, Schweiß und Hautschüppchen, abends gegen den Schmutz des Tages.

So geht es:

  • Gesicht mit lauwarmem Wasser anfeuchten. Heißes Wasser trocknet aus.

  • Eine haselnussgroße Menge in den Handflächen aufschäumen, 30 bis 60 Sekunden einmassieren. Stirn, Nase und Kinn bekommen die meiste Aufmerksamkeit.

  • Gründlich abspülen, auch am Haaransatz und an der Bartkontur. Dort bleiben Reste am häufigsten zurück.

  • Abtupfen statt rubbeln.

Zweimal täglich genügt. Nach dem Sport lohnt sich eine zusätzliche Reinigung, getrockneter Schweiß an Stirn und Schläfen ist ein häufiger Auslöser für Unreinheiten. Wer vor der Nassrasur reinigt, weicht das Barthaar auf, und die Klinge gleitet besser.

Konkret im Sortiment: Das Bluebeards Revenge Face Wash (100 ml, 10,80 €) ist ein unkompliziertes Waschgel aus Großbritannien. Das Morgan's Gesichtsreinigungsgel (100 ml, 12,29 €) kommt von einer Marke, die seit 1873 Grooming-Produkte herstellt. Weitere Reiniger, Peelings und Masken stehen in der Kategorie Gesichtsreinigung.

Gesichtscreme für Männer: Feuchtigkeit ohne Glanz

Eine Gesichtscreme für Männer erledigt zwei Aufgaben. Sie gleicht den Wasserverlust der Haut aus und beruhigt sie nach der Rasur. Auch fettige Haut braucht Feuchtigkeit, nur in leichterer Form. Fehlt sie, glänzt die Haut weiter und ist trotzdem trocken.

Welche Textur zu welchem Typ passt:

  • Fettig oder Mischhaut: Fluid oder Lotion. Alles Reichhaltigere verstärkt den Glanz.

  • Normal bis trocken: klassische Creme als Allrounder.

  • Winter, Wind, viel Arbeit im Freien: eine Stufe reichhaltiger, wie schon Dr. Adib empfiehlt.

  • Bartträger: Fluid oder leichte Creme. Dicke Cremes bleiben im Barthaar hängen und erreichen die Haut darunter nicht.

Eine haselnussgroße Menge reicht fürs Gesicht. In den Handflächen verreiben, mit leichtem Druck einarbeiten, Hals und Nacken mitnehmen. Beide werden bei der Rasur so beansprucht wie die Wangen.

Konkret im Sortiment: Die Bluebeards Revenge Kühlende Feuchtigkeitscreme (100 ml, 10,80 €) ist eine Option für die tägliche Feuchtigkeitspflege und fühlt sich nach der Rasur angenehm an. Weitere passende Produkte finden Sie in der Kategorie Gesichtspflege.

Sonnenschutz: der unbeliebteste Schritt, der am meisten bringt

Männerhaut ist robuster als Frauenhaut. Gegen UV-Strahlung hilft das nur begrenzt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nennt den Hintergrund: In Deutschland verdoppelt sich die Zahl der Hautkrebsneuerkrankungen alle 10 bis 15 Jahre. Sonnenschutz gehört deshalb nicht in die Kategorie Urlaub, sondern in die Morgenroutine.

Was die Behörden empfehlen:

  • LSF: Das BfS empfiehlt mindestens LSF 30. In großer Höhe, auf Schnee, am Wasser und in sonnenreichen Regionen sind LSF 50+ sinnvoll.

  • Ab wann: Ab UV-Index 3 empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz Schutzmaßnahmen, wie ÖKO-TEST berichtet. Dieser Wert wird auch im Frühling und Herbst erreicht.

  • Österreich: Das Klimaschutzministerium (BMLUK) nennt als Faustregel: Der Lichtschutzfaktor sollte mindestens doppelt so hoch sein wie der UV-Index. Im Sommer erreicht der Index im österreichischen Flachland bei klarem Himmel bis zu 8. Das ergibt LSF 16. Mit LSF 30 bleibt also Reserve.

Zwei Fehler, die den Schutz halbieren:

  • Zu wenig Creme. Der angegebene LSF gilt nur bei der Menge, mit der er geprüft wurde: 2 Milligramm pro Quadratzentimeter. Trägt man nur die Hälfte auf, kann das den Schutz laut BfS um zwei Drittel senken. Eine Tagescreme mit LSF, die nur dünn aufgetragen wird, schützt also weniger, als die Verpackung verspricht. Wer das Gesicht großzügig eincremt, liegt richtiger.

  • Sonnencreme als Freifahrtschein. Das BfS betont, dass auch hoher LSF nicht vollständig schützt und nicht dazu dienen soll, die Zeit in der Sonne zu verlängern.

Aufgetragen wird morgens zuletzt, nach der Gesichtscreme, am besten 20 bis 30 Minuten vor dem Gang nach draußen. Ein mattes, leichtes Produkt wird eher tatsächlich benutzt als ein klebriges.

Ein Produkt mit LSF führen wir in der Kategorie Gesichtspflege aktuell nicht. Beim Kauf zählen drei Angaben: LSF mindestens 30, ausgewiesener UVA-Schutz, Textur für das Gesicht.

Was Einsteiger (noch) nicht brauchen

Serum, tägliches Peeling, Toner, Augencreme und Maske können sinnvoll sein, sind für eine grundlegende Pflegeroutine aber nicht zwingend erforderlich. Welche zusätzlichen Produkte infrage kommen, hängt von den individuellen Hautbedürfnissen ab.

  • Serum: lohnt sich bei einem konkreten Ziel, etwa ausgeprägter Trockenheit oder ständiger Rasurreizung.

  • Peeling: ein- bis zweimal pro Woche, nach der normalen Gesichtsreinigung, wie es die PTA-Fachzeitschrift empfiehlt. Bei eingewachsenen Barthaaren kann ein Peeling zusätzlich hilfreich sein.

  • Anti-Aging-Pflege: Faustregel aus dem Barbershop: ab Anfang bis Mitte dreißig. Davor bringen Feuchtigkeit und Sonnenschutz mehr.

Und eine Regel, die sich nicht abnutzt: immer nur ein Produkt auf einmal wechseln. Sonst lässt sich nicht sagen, was geholfen hat und was die Haut reizt.

Rasur und Bart: zwei Anpassungen, die den Unterschied machen

Männer-Skincare beginnt nicht erst nach der Rasur, sondern davor. Die Klinge trägt bei jedem Zug einen Teil der obersten Hautschicht mit ab. Die Pflege danach ist deshalb weniger Kosmetik als Regeneration.

  • Vorher: reinigen und das Barthaar mit warmem Wasser aufweichen.

  • Rasiercreme: ein gutes Produkt verringert die Reibung. Auswahl in der Kategorie Rasiercreme.

  • Danach: kaltes Wasser, dann ein beruhigendes, alkoholarmes After Shave. Stark parfümierte Produkte brennen direkt nach der Klinge unnötig.

  • Bart: Auch unter dem Bart braucht die Haut Feuchtigkeit. Schuppen und Juckreiz entstehen meist auf ausgetrockneter Haut unter dem Haar. Ein paar Tropfen Bartöl erreichen sie besser als eine dicke Creme.

Die 3-Minuten-Routine

Morgens

  • Gesicht mit Reiniger waschen, abspülen, abtupfen.

  • Gesichtscreme in Haselnussgröße auftragen.

  • Sonnenschutz, LSF 30 oder höher, großzügig.

Abends

  • Gesicht mit Reiniger waschen, abspülen, abtupfen.

  • Gesichtscreme auftragen. Im Winter bei Bedarf eine Stufe reichhaltiger.

Wann der Hautarzt die bessere Adresse ist

Pflegeprodukte lösen nicht jedes Hautproblem. Ein Termin beim Hautarzt (in Österreich: Facharzt für Dermatologie) ist sinnvoll bei:

  • neue Hautflecken oder Muttermalen, die jucken, bluten oder ihre Farbe verändern. Die American Academy of Dermatology (AAD) empfiehlt, auf solche Veränderungen zu achten und sie dermatologisch abklären zu lassen.

  • hartnäckiger Akne, die sich mit der Basisroutine nicht bessert.

  • Rötungen, Schuppen oder Brennen, die länger als einige Wochen anhalten.

Drei Produkte, drei Minuten: die Kurzfassung 

Reiniger, Gesichtscreme, Sonnenschutz. Drei Produkte, morgens und abends je anderthalb Minuten, damit ist Hautpflege für Männer erledigt. Der Rest ist Ergänzung. Das Gesamtangebot steht in der Kategorie Hautpflege. Der Versand erfolgt per DPD nach Deutschland und Österreich, ab 59 € versandkostenfrei.

Und falls im Badezimmerschrank noch fünf angebrochene Flaschen stehen: Die dürfen bleiben. Sie müssen nur nicht benutzt werden.

FAQ

Brauchen Männer eine eigene Gesichtscreme?

Die Wirkstoffe sind größtenteils dieselben, die Gewichtung unterscheidet sich. Männerhaut produziert mehr Talg und wird durch die Rasur regelmäßig gereizt. Eine Gesichtscreme für Männer ist deshalb meist leichter formuliert und zieht schneller ein. Entscheidend bleibt der Hauttyp, nicht das Geschlecht auf der Verpackung.

Reicht Duschgel fürs Gesicht?

Nein. Duschgel ist für die Körperhaut gedacht und entzieht der dünneren Gesichtshaut leicht zu viel Fett. Ein Gesichtsreiniger ist auf den Fetthaushalt des Gesichts abgestimmt.

Welcher Lichtschutzfaktor ist für den Alltag richtig?

Mindestens LSF 30, so die Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz. In den Bergen, auf Schnee, am Wasser und in sonnenreichen Regionen LSF 50+.

Wie oft sollte man das Gesicht eincremen?

Zweimal täglich, jeweils nach der Reinigung. Im Sommer genügt ein leichtes Fluid, im Winter darf es eine reichhaltigere Creme sein.

Ab wann lohnt sich Männer-Skincare über die Basis hinaus?

Sobald die Grundroutine sitzt und ein konkretes Ziel dazukommt: ausgeprägte Trockenheit, Rasurreizung, erste Fältchen. Bis dahin reichen drei Produkte.

 

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